Stärkung des Schienenverkehrs zwischen Günzburg, Krumbach und Mindelheim – Ausbau, Taktverdichtung und emissionsfreie Antriebe geplant


Der Freistaat Bayern, die DB InfraGO AG, die Landkreise Günzburg und Unterallgäu, zahlreiche Städte und Gemeinden entlang der Strecke und der Verein Regio-S-Bahn Donau-Iller e.V. haben eine gemeinsame Absichtserklärung zur Weiterentwicklung der Mittelschwabenbahn unterzeichnet. Ziel ist es, das Angebot im Schienenpersonennahverkehr auf der rund 55 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Günzburg und Mindelheim für die Fahrgäste attraktiver zu gestalten und zukunftsfähig auszubauen.

Die Unterzeichner verfolgen gemeinsam klare Ziele und zentrale Verbesserungen für die Region, wie die Einführung eines Stundentakts nach dem Bayern-Takt-Standard, optimierte Anschlüsse in Günzburg und Mindelheim, eine deutliche Verkürzung der Reisezeiten, die Verbesserung der Sicherheit an Bahnübergängen und die Umstellung auf lokal emissionsfreie Antriebe.

Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr Christian Bernreiter:
„Wir packen gemeinsam an für eine starke Mittelschwabenbahn: Landkreise, Gemeinden, DB und Freistaat verbessern die Strecke umfassend und stärken damit den ÖPNV in der ganzen Region. Der Freistaat leistet seinen Beitrag: Sofern der Bund die nötigen Regionalisierungsmittel bereitstellt, bestellen wir ab Dezember 2032 mehr Züge – rund 260.000 Zugkilometer pro Jahr. Ziel ist der Bayern-Takt-Standard, also ein Stundentakt auf der Gesamtstrecke von Montag bis Sonntag. Ebenfalls ab Dezember 2032 werden wir die Dieseltriebwagen durch moderne Akku-Züge ersetzen. Der Freistaat hat die DB auf eigene Kosten mit der Planung der dafür nötigen Ladestation in Krumbach beauftragt.“  

Die Umsetzung ist in zwei Stufen geplant. In der ersten Stufe, die ab Dezember 2032 erfolgt, sind rund 260.000 zusätzliche Zugkilometer jährlich geplant – dies entspricht einer Angebotsausweitung um mehr als 50 Prozent. Für die neuen Akku-Züge wird in Krumbach eine entsprechende Ladeinfrastruktur gebaut. Daneben ist die Erneuerung der Leit- und Sicherungstechnik vorgesehen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Beseitigung von Geschwindigkeitseinschränkungen, insbesondere durch Auflassungen und technische Sicherungen von Bahnübergängen.

Gerd Matschke, DB InfraGO AG:
„Wir stellen heute gemeinsam die Weichen für eine moderne und attraktive Mittelschwabenbahn – mit mehr Angebot, besseren Anschlüssen, schnelleren Fahrzeiten und umweltfreundlichen Akku-Zügen. Dafür möchten wir als Infrastrukturbetreiber unseren Beitrag leisten – gemeinsam und im Schulterschluss mit der Region und der Politik. So gilt es, die Infrastruktur auf der Strecke fit für die Zukunft zu machen. Dazu gehören der Bau einer Ladestation für Akku-Züge genauso wie die Erneuerung der Leit- und Sicherungstechnik inklusive der Bahnübergänge. Insbesondere die Beseitigung und Modernisierung von Bahnübergängen gelingt dabei nur, wenn alle vor Ort an einem Strang ziehen.“

Langfristig, in der zweiten Stufe, soll ein besser vertaktetes und beschleunigtes Fahrplankonzept umgesetzt werden. Voraussetzung hierfür sind zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen, wie neue Begegnungsmöglichkeiten. Hierzu wird im ersten Schritt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Darüber hinaus wird der barrierefreie Ausbau aller Stationen angestrebt.

Landrat Dr. Hans Reichhart, Landkreis Günzburg, Vorstandsmitglied des Vereins Regio-S-Bahn Donau-Iller:
„Der Stundentakt der Mittelschwabenbahn ist eine jahrelange Forderung der Region, die nunmehr in die Tat umgesetzt wird. Es freut mich daher sehr, dass wir heute mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung wichtige Modernisierungs- und Entwicklungsschritte für diese Bahnstrecke vereinbaren konnten. Die heutige Unterzeichnung ist das Ergebnis intensiver Arbeit der vergangenen Jahre. Sie wird dazu führen, dass Mobilität noch einfacher wird und unsere Region noch enger zusammenrückt.“

Ergänzend soll durch die Region ein flexibles, bedarfsorientiertes Busangebot entwickelt werden, um auch Orte ohne direkten Bahnanschluss optimal anzubinden.

 Landrat Alex Eder, Landkreis Unterallgäu, Vorstandsmitglied des Vereins Regio-S-Bahn Donau-Iller:
„Die Mittelschwabenbahn erfüllt eine wichtige Erschließungsfunktion für unsere Landkreise und ist damit unerlässlich für die regionale Mobilität. Durch die Unterzeichnung der Absichtserklärung zur Weiterentwicklung der Mittelschwabenbahn ist daher ein wichtiger Schritt zur langfristigen Sicherung dieser Säule des Mobilitätsangebots in der Region gelungen. Als Landkreise werden wir natürlich die in unserer Verantwortung stehenden Busverkehre in Zukunft auf ein erweitertes und verbessertes Angebot auf der Mittelschwabenbahn anpassen.“

Mit der Absichtserklärung setzen die Partner ein klares Zeichen für die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs in der Region. Die Modernisierung der Mittelschwabenbahn soll einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende leisten und die Lebensqualität in Mittelschwaben nachhaltig verbessern.

Gemeinsame Steuerung und regionale Zusammenarbeit
Die Umsetzung der Maßnahmen wird durch einen „Runden Tisch Mittelschwabenbahn“ begleitet. In diesem Gremium arbeiten Vertreter aller beteiligten Partner eng zusammen. Die Organisation übernimmt der Verein Regio-S-Bahn Donau-Iller e.V.

Teilnehmer der Unterzeichnung der Absichtserklärung zur Weiterentwicklung der Mittelschwabenbahn
Personen von links nach rechts:
Gerd Matschke, DB InfraGO AG
Landrat Dr. Hans Reichhart, Landkreis Günzburg
Christian Bernreiter, Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Freistaat Bayern
Landrat Alex Eder, Landkreis Unterallgäu
sowie die Bürgermeister der Städte und Gemeinden entlang der Strecke