
Der Verein Regio-S-Bahn Donau-Iller wendet sich mit einem Schreiben an das Verkehrsministerium Baden-Württemberg und bittet um stärkere Unterstützung für die Modernisierung und den Ausbau der Donaubahn.
Seit fast 15 Jahren entwickelt die Region zusammen mit den Ländern Baden-Württemberg und Bayern das Projekt Regio S-Bahn Donau-Iller. In den vergangenen Jahren konnten auf verschiedenen Strecken bereits Angebotsverbesserungen umgesetzt, sowie ein länderübergreifendes Logo und die Marke Regio S-Bahn Donau-Iller gemeinsam eingeführt werden.
Allen Akteuren ist jedoch bewusst, dass entscheidende Fortschritte auf den bisher eingleisigen und nicht elektrifizierten Strecken nur durch eine umfassende Modernisierung und den Ausbau der Infrastruktur möglich sind. Hierzu laufen bereits seit einigen Jahren entsprechende Ausbauplanungen auf der bayerischen Seite für die Illertalbahn und seit November 2025 auch für die Brenzbahn in Baden-Württemberg.
Trotz intensiver Bemühungen der Region in den letzten Jahren ist es bisher nicht gelungen für die Donaubahn, als letzte der drei eingleisigen Dieselstrecken, ebenfalls ein klares und verbindliches Ausbaukonzept mit dem Land Baden-Württemberg und der Deutschen Bahn AG zu vereinbaren.
Landrat des Alb-Donau-Kreises Heiner Scheffold, Vorstandsmitglied des Vereins Regio-S-Bahn Donau-Iller: „Für uns ist die Donaubahn im Alb-Donau-Kreis die wichtigste Bahnstrecke zur Anbindung eines Großteils der Einwohner des Landkreises an den Schienenverkehr. Daher brauchen wir dringend eine klare und verbindliche Perspektive wie es hier mit einer Modernisierung und dem Ausbau weitergeht.“
Zudem ist zu beklagen, dass ein bereits begonnenes Modernisierungskonzept für die Donaubahn in Teilen zwar begonnen wurde, dann aber durch die DB AG im Jahr 2021 ersatzlos eingestellt wurde.
Oberbürgermeister der Stadt Ulm Martin Ansbacher und Vorstandsvorsitzender des Vereins Regio-S-Bahn Donau-Iller: „Wir wollen mit der Umsetzung des Regio S-Bahn Projektes gesamthaft weiterkommen. Die Donaubahn ist dabei auf baden-württembergischer Seite eine der wichtigsten Säulen. In den vergangenen Jahren haben wir hier leider eher Rückschritte als Fortschritte erlebt. Es muss uns zusammen mit dem Land gelingen das herumzudrehen.“
Vor diesem Hintergrund haben sich die politischen Vertreter entlang der Donaubahn von Ulm bis Riedlingen in einem Schreiben an Verkehrsminister Winfried Hermann gewandt und ihn um Unterstützung gebeten, diesen Stillstand beim Ausbau und der Modernisierung der Donaubahn zu beenden.
Landrat des Landkreises Biberach Mario Glaser, Vorstandsmitglied des Vereins Regio-S-Bahn Donau-Iller: „Die Donaubahn spielt auch im westlichen Landkreis Biberach eine wichtige Rolle zur Erschließung der Region mit dem Bahnverkehr. Seit vielen Jahren besteht der politische Wunsch und der Bedarf aus dem Kreistag sowie den Anliegergemeinden, das Bahnangebot deutlich zu verbessern und auszubauen. Trotz vieler regionaler Bemühungen und Gesprächen auf allen Ebenen gelingt es uns primär wegen des Zustands der Infrastruktur nicht, das Angebot zu verbessern. Daher ist ein klares Ausbaukonzept für die Donaubahn auch für den Landkreis Biberach von großer Bedeutung.“
Die regionalen Akteure erhoffen sich von ihrer neuen Initiative, die festgefahrene Situation wieder in Bewegung zu bringen und damit in diesem Jahr mit dem Land Baden-Württemberg und der Deutschen Bahn die richtigen Weichen für ein Modernisierungs- und Ausbaukonzept der Donaubahn stellen zu können.
Bild Regio-S-Bahn Donau-Iller:
Veraltete, schmale Bahnsteige und nicht barrierefreie Zugänge am Bahnhof Schelklingen:
Fahrgäste erreichen den Bahnsteig nur über das Gleis der Gegenrichtung
